Freitag, 25. Dezember 2009

Auszug


Es war noch mal ein hartes Stück Arbeit, das ohne Freunde nicht funktioniert hätte. Noch mal frühstücken, die Küche auf den Speicher (danke, Carsten!), malern (danke, Christian!), Pass abholen, putzen, Wohnung übergeben, Auto abholen (danke, Amooz!), Autofuhren zu Recyclinghof, Altglascontainer und nach Wilhelmsburg... und dann waren wir auch draußen.

Willkommen im Exil.

Danke, Freunde!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Soziale Versteigerung

Was mache ich mit meinen ganzen Sachen, wenn ich ein Jahr weg bin und:
- die Gegenstände genutzt werden sollen
- meine Freunde an mich und meinen Auslandsaufenthalt erinnern sollen
- das Ganze einem guten Zweck zugute kommen soll
- meine Freunde etwas benötigen können
- ich Lagerplatz sparen möchte?

Hier eine kleine Idee, durchgezogen am 12.12. auf unserer Abschiedsparty:

Wie bereits angekündigt, möchte ich einige Besitzstände, an denen ich sehr hänge, zugunsten des Straßenkinderprojekts, in dem ich nächstes Jahr arbeite (www.estrellasenlacalle.com), für ein Jahr versteigern, d.h. bis ich zurückkomme. Ich könnte die Sachen zwar auch irgendwo unterstellen, aber dann würden sie ja nicht genutzt werden und außerdem einen Wilhelmsburger Speicher nur unnötig verkleinern.

Deshalb wird es auf unserem Abschiedsfest eine Verleihauktion geben, die als Versteigerung ablaufen wird. Dabei werde ich dann mein Rennrad, mein Hollandrad, meine Westerngitarre, meine Konzertgitarre, mein grünes Sofa, meinen Backwecker und andere für mich wichtige Utensilien abgeben (die konkrete Liste folgt noch).

In Bolivien werde ich die Versteigerungserlös jeden einzelnen Gegenstandes für eine spezielle Aktion aufwenden, diese dokumentieren und zum Ersteigenden schicken. Dann habt ihr nicht nur was von dem Gegenstand, könnt euch nicht nur an mich erinnern, sondern habt auch noch was Gutes getan und nehmt an meinem sozialen Jahr Anteil. Nicht schlecht, oder?

Nach einem Jahr nehme ich den Gegenstand wieder zurück und freu mich über Rad, Sofa und Co. Wenn etwas kaputt gehen sollte, ist das mein Risiko. Hauptsache, ihr benutzt eure ersteigerten Gegenstände.

EIN BEISPIEL: Du ersteigerst mein altes Radio (markiert mit den original Berliner Funkstationen) für 10 EUR. Yeah, du kannst ein Jahr mein Radio benutzen! Und wenn du es anmachst, überlegst du kurz, wie viele Radistationen wohl der bolivianischen Funkbereich zu bieten hat. Die zehn Tacken nehme ich mit und kaufe in Cochabamba eine Gitarre und bringe darauf zwei Kindern Gitarre bei. Oder ich investiere das Geld, um frisches Obst für den Wochenendausflug für die Straßenkinder einzukaufen. Du erhälst Bilder vom anderen Ende der Welt mit einem gitarrespielenden oder obstessenden Kind. Nach einem Jahr hast du dich an das Radio gewöhnt, aber gibst es notgedrungen an mich zurück. Dafür niste ich mich 2 Stunden bei dir ein und höre nicht auf, von Südamerika zu schwärmen und seinen Estrellas de la Calle (Sterne der Straße).

Weil das ganze ja sowieso für einen sozialen Zweck ist, müssen Erwerbslose und Studenten nur die Hälfte des Bietpreises zahlen.


Nachahmen, erlaubt. Macht viel Spaß!