Montag, 14. November 2011

Berlin



So hab ik mir det allet vorjestellt.
Hier sitz ich nun bloggenderweise mit meinm laptop auf dem Dach. Es ist noch nicht 4 und die Sonne geht unter hinter dem Leopoldplatz. Das muss besser werden im nächsten Jahr. Ansonsten muss sich eigentlich nicht viel ändern.  Hach ich bin ganz verknallt, in, ä diese Stadt. Alles ist im Fluss und hat man sich einmal umgesehn, schwups ist die Zeit rum. Aber sie ist ja nicht rum, ich kann nun einfach hierbleiben. In Berlin werden die Leute ja nicht älter, sie sehen nur irgendwann so aus als wären sie's.
Sagt man es löst sich alles in Wohlgefallen auf? Also hier geht alles stetig in Richtung WOhlgefallen, und das sieht momentan so aus:

Lauter Geschenke
Ich hab die buntgestrichene Wohnung übernommen wie sie ist von meinen lustigen Hausbesetzer-Vormietern, die ganz froh waren dass mal jemand was organisiert. Nathalie, 28,(alternative Tacheles-Berliner-Elektronik-Szene) hat mir auch noch ihre Waschmaschine, Mosaik-/Rinden-besetzte Spüle, die eine Herdplatte, und Keith-Haring-Imitations-Malereien überlassen. Und ein paar Yoga-Bücher. Und "Barfuss nach Hiroshima" (gutes Comic) und ihren Parka mit einem halben Joint in der Tasche von 2008.
Hier sitz ich nun seit Juni mit allerliebstem Mitbewohner Andrè, Tänzer aus Lisboa und seiner französischen Bulldogge Eiko. Andre mag lila. Und Fengshui. Seitdem ist die WOhnung noch bunter und überall stehen assymetrisch drapierte Blumengestecke. Er ist ne Kanone. Es riecht tatsächlich viel besser seit er da ist, trotz dem Hund.
Unser Hund. So schnell kann's gehen. Er hat mal irgendwann laut mit dem Gedanken gespielt, unter Umständen mit einer portugisischen Freundin zusammenzuziehen, die sich dann mit um den Hund kümmert. Ich wollt ihn eigentlich schon behalten. Also ist der Deal: Er macht alles schön, putzt, kocht mir, tanzt auchmal Ballett zum Frühstück, bringt fröhliche Leute in die Wohnung, erklärt mir alles über Männer und Beziehungen was ich schon immer wissen wollte (damit kennt er sich aus), und ich geh dafür ab undzu mit dem Hund zum Pinkeln. Klingt doch okee oder?

Arbeitseifer
Ich mach Überstunden in der Arbeit und komm dann heim und zeichne an meinem neuen 11 Seiten-Comic. Das geht ganz gut. (besser als nach 6 Stunden Kellnern auf jeden Fall) ich bin jetzt da angekommen wo ich wollte als ANimator, und der COmic soll vor Weihnachten in Farbe fertig sein. Gar kein Stress. Ab Januar ist die lustige Mondmann-Produktion leider erstmal vorbei für mich, und mein nächster Job wird sein für Rike zu arbeiten. Rike wird Chef! ABer ich finde ihre Designs ganz gut deshalb werde ich nicht zuviel rummaulen wenn ich ihre Figuren dann animieren mus, für den Kinderfilm den wir fürs Fernsehen machen.
Bis nächsten Sommer bin ich also erstmal ge-siedelt, und das ist schon ziemlich viel, soweit ich sehen kann wenn ich mich umsehe in meinem Metier.
Aber vielleicht geh ich abundzu zum mittagessen ins Mondmannstudio, es macht Spaß und ich habe dort lustige Leute kennengelernt, wie z.B Qu`arim mit der Boxerdame, dem hab ich letztens eine Musikstunde in Harmonielehre gegeben, damit seine Computergenerierten Techno-Tracks besser werden. Seine Aufmerksamkeitsspanne ist manchmal etwas kurz, und ich wollte ihm gerade einen Folksong vorspielen zur Veranschaulichung des Sept-Akkordes; da legte er ganz schnell einen Techno-track ein und meinte - Ey, wenn dir Tekkno jetz nicht gefällt dann musst du das mal auf Acid hören! Das ist noch viel geiler..  (letztens versuchte er in der Arbeit mir Goa-Trance-Dance beizubringen..)  (MItdreißiger haben echt nen komischen Musikgeschmack)

Elektro
Apropos. Bin ich zu lange hier? Ich saß letztens einen ganzen Tag beim Zeichnen und hab dabei House gehört. Es war gar nicht soschlecht.
Aber ich hab glelernt was elektronische Drogen sind, und damit muss man aufpassen: Sonst kann es sein (wurde mir gesagt) dass sich im Kopf zuviele Türen öffnen, und dann nicht mehr zugehen, oder nachher immer quietschen. Dann geht es einem wie meinem Lieblings-Ex-Mitbewohner Nr 1 in Berlin (siehe letzter Eintrag), der ist definitiv zu elektronisch geworden; seine AUgen haben zuletzt geflackert wie eine Glühbirne mit defektem Anschluss.

Noch zum Thema geil:
 Fil sagt, man soll das Leben ent-geilen, damit nicht mehr alles so schnell geht. Det Leben is einfach zu geil in Berlin. Also besser mal zum Arbeitsamt gehen un frustrieren lassen, lange in der Kälte rumstehen .. das werde ich versuchen einzubauen. Nicht dass es wirklich schwups macht und schon ist 2012 die Welt untergegangen. Wär wirklich zu schade drum.
Jetzt ist es aber wirklich langsam kalt geworden.
Mist jetzt ist sie untergegangen. (die SOnne) Und meine Finger frieren ein.
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